Jetzt ham wa den Salat!

Satirische Texte und Lieder von und mit Wolfgang Reuter

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Reg(ul)ierungswut
Ein Volk wie wir, das sehr gefräßig,
vernascht, versaut und störrisch ist,
das zu viel säuft und regelmäßig
das Steuer-Zahlen leicht vergisst,
dem tun ein paar Gesetze gut.
Man nennt das Regulierungswut.

Ob Friedhofsordnung, ob Vereine,
ob Streupflicht, wenn’s mal draußen friert,
ob Rauchverbot, ob Hundeleine –
dies alles wird streng reguliert.
Siehst du, mein Volk: So geht’s dir gut
dank strikter Regulierungswut.

Geregelt ist, wie groß Bananen,
auch Ei und Weihnachtsbaum sein soll’n,
wo Wäsche hängen darf, wo Fahnen
und wann die Winterreifen roll’n.
Nur nachts im Bett, wenn alles ruht,
ruht auch die Regulierungswut.

Hier seh ich Lücken, liebe Leute.
Schlimm, dass der Staat uns nachts vergisst!
Ich weiß ja nicht einmal, ob heute
der Beischlaf auszuführen ist.
Zeit wär’s, dass dafür sich was tut
durch neue Regulierungswut.

Ganz oben sitzen die Bestimmer:
Kommune, Land, Bund und EU.
Das macht die Lage immer schlimmer,
Gesetze fluten auf uns zu.
Man krönt gern jeglichen Disput
mit neuer Regulierungswut.

Was sind wir Deutschen für Idioten:
Wir haben doch den Staat gewählt,
der mit Gesetzen und Verboten
uns überall und immer quält.
Die Disziplin liegt uns im Blut
dank höchster Regulierungswut.

He! Ihr da oben! Ihr Beamten,
Politiker – ob schwarz, ob rot – :
Hört endlich auf mit dem verdammten
Gemisch aus Pflichten und Verbot.
Sonst wächst aus Regulierungsflut
noch heftige Regierungswut.
Wolfgang Reuter, 12.02.2007
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